Oder: Die Idee der Gewöhnung
Vorweg: Bitte das nachfolgende mit Skepsis betrachten! Es sind jedenglich Erfahrungen und Überlegungen und sollen vorallem zum selber Nachdenken und Diskutieren anregen. Es spiegelt meine Lebenseinstellung die ich JETZT lebe wieder und ist so wie alles vergänglich! Viel in dem Beitrag hat auch mit der Einstellung zum Konsumieren zu tun. Dazu werde ich aber nocheinmal einen eigenen Betrag verfassen.
Um meine Theorie zu stützen betrachte ich ein paar Bereiche (es gibt sicherlich noch mehr) und gehe dazu konkret auf Beispiele ein.
Es ist für mich faszinierend, dass es Menschen gibt, die durch ihre Erziehung tatsächlich an so etwas wie Gott/Götter glauben. Selbst wenn sie Älter geworden sind und in ihrem Bewusstein eigentlich wissen, dass es so etwas physikalisch nicht geben kann, wird immer wieder versucht in der Weltvorstellung den Schöpfer mit hinein zu interpretieren. Die Gläubigen sind dabei so erzogen worden bzw. sind daran so gewöhnt, dass es ihnen schwer fällt sich etwas anderes vorzustellen z.B. eben andere Theorien. Nein, für Sie wird es immer Gott geben, auch wenn es 100 prozentig sicher steht, dass es ihn nicht gibt. Sie haben sich so an den Gedanken gewöhnt und dieser ist nicht mehr zu löschen.
Gerade älter Menschen, die wirtschaftlich bereits gut auf eigenen Beinen standen und plötzlich ihre Konsumgier nicht mehr nachkommen können, fällt es extrem schwer, sich wieder auf die nötigsten Dinge (physiologische Bedürfnisse; Bedürfnispyramide ) zu konzentrieren und daran Freude zu haben. Ist man es doch gewohnt einen großen Fernsehr und ein Auto zu besitzen. Auch das ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Gewöhnung. Wenn man sich nicht daran gewöhnt hat, so ein hohes Level erreichen zu müssen, kann auch mit wenig sehr glücklich sein. Zu dem komplexen Thema Konsum in Kürze mehr.
So ziemlich jeder hat sich schon einmal verliebt, mit dem Partner eine wunderbare Zeit vollbracht und nach dem Zerfall der Illusion, sehr damit zu kämpfen gehabt, mit der neuen Situation umzugehen. Leider ist dieses biologisch bedingte Glücksgefühl an das man sich gerne klammert nicht ab stellbar, zumindest nicht, wenn man auch etwas zurück geben will. Nun will ich auch nicht sagen, du sollst nicht lieben. Aber durch die Gewohnheit an die schöne Beziehung und aber das wissen, über das definitive Ende der Gefühle, ist die Liebe meiner Meinung nach die fiesteste Gewohnheit.
Ein Thema was mich persönlich stark beschäftigt. Es Ist doch verwunderlich das Menschen Musik toll finden, die musikalisch gesehen eigtl. "Schrott" ist. Oder das man plötzlich Musik schlecht findet, die man früher total toll fand, es nun aber *bessere* gibt und da meine ich bereits innerhalb eines Genre. Wie kommt das? Musik ist ein der größten Konsumgüter. So schnell wie was Veraltet ist und was Neues aufkommt, dass schafft kein anderes Konsumgut. Doch wieso finden wir unsere Lieblingsband plötzlich langweilig? Es ist doch tatsächlich so, dass uns die Musik vorgesetzt wird. Da erscheint dort wieder ein Album, man redet drüber und alles müssen es haben. Derweil gefallen uns die Titel beim ersten, zweiten Mal noch garnicht. Erst wenn man sie sich mehrmals angehört hat und sich daran gewöhnt hat. Oder es gibt bereits bestimmte Rythmen, Melodien die bereits im Unterbewussein liegen und wir uns bereits daran gewöhnt haben, finden wir die Lieder deswegen beim ersten Hören schon *toll*. Auch interessant finde ich, das Menschen die in einem bestimmten Genre unterwegs sind, nur diese Musik/Sound *toll* finden, was nach meiner Meinung auch keinen Beeinflussung von Erfahrung/Lebenseinstellung etc. ist, sondern nur daran liegt, weil uns die andere Musik fremd erscheint, für uns *ungewöhnlich* ist und diese uns deswegen nicht gefällt. Ähnlich verhält sich das mit Filmen, Theater usw.
An der Stelle möchte ich als Beispiel das "dritten Reiches" aufgreifen. Für uns kaum nachvollziehbar, wie die Menschen wirklich an das Geglaubt haben, was ihnen vorgesetzt wurde. Z.B. Judenhass bzw. die Rassentheorien oder sie gar für den Krieg zu begeistern. Diese Ideologie wurde gezielt eingetrichtert. Nach dem Prinzip der Gewohnheit. Damit meine ich, der Bevölkerung wurde so oft gesagt was "war" ist, dass sie sich daran gewöhnt hatten und sich garnicht mehr anderes vorstellen konnten. Eine Art Gehirnwäsche/Manipulation, was meiner Meinung nach auch jederzeit wieder möglich ist. Für die Leichtgläubigkeit der Menschen gibt es ja leider genug Beispiele. :-(
Auch hier gibt es eine sehr starke Beeinflussung, welche angeblich biologisch bedingt ist. Fakt ist. Wir empfinden jemanden schön, wenn er sich in der Mitte des was wir kennen befinden. Also den Durchschnittsmenschen. Um so durchschnittlicher umso attraktiver. Interessanter weise wirken sogar Menschen, die biologisch *weiterentwickelt* sind (stärker, interlegenter, größer) sind, wiederum nicht als so attraktiv.
Als Beispiel dient mir die durch Evolution bedingten vorallem äußerlichen Unterschiede der verschiedenen Rassen. Diese Beobachtung sticht hier in den neuen Bundesländer hervor und auch ich konnte sie bei mir beobachten. Als ich den ersten Schwarzen auf der Straße begegnet bin, war mir unheimlich zu mute. Woher kam das? Ich kannte ihn nicht? Tatsache war, dass ich ohne den Menschen zu kennen, mehr Vertrauen zu einem weißhäutigen Mensch (mir Artähnlichen Menschen), als zu einem Schwarzhäutigen gehabt hätte. Inzwischen ist das allerdings durch meine Erfahrung und geschlossenen Freundschaften eher andersherum :-). Auch hier behaupte ich, dass das eine Frage der Gewohnheit ist. Erfahrungen die wir mit dem Fremden/Neuen ersteinmal machen müssen, wir uns daran gewöhnen und uns somit später vertraut vorkommt.
Nach dieser Theorie der Beeinflussung und Gewöhnung kommt ich zu dem Entschluss, dass man seine Bedürfnisse selber trainieren kann! Dazu müssen wir allerdings erstmal anfangen anders zu denken und uns zu sagen: Nichts ist Wichtig! Als Nächstes definiert man sich selber EIGENE Bedürfnisse, die für einem IMMER erreichbar sind und man sich daran erfreuen kann (z.B. etwas Wasser trinken, auf dem Boden liegen, zu atmen). Diese können von Mensch zu Mensch unterschiedlich ein.
Wenn dies soweit verinnerlicht ist, kann man darauf aufbauen und sich bestimmte Ziele, bestimmte Wünsche setzen, die man SICH selber definiert ohne sich von "außen" beeinflussen zu lassen. Aber immer im Hinterkopf, wenn ich diese nicht erreiche, ist es auch nicht so schlimm, bin ich nicht Unglücklich, den ICH habe MEINE Grundbedürfnisse, die mich immer glücklich machen.
Da wir uns mit einfach zu erreichenden Bedürfnissen sehr glücklich machen können, gebe es keine Kriege mehr :-). Aber ich denke auch der Kapitalismus würde in dieser Form nicht mehr existieren. Die Zeit würde sich wieder langsamer drehen. Die Natur sich erholen und die Sozialstrukturen verbessern, man sich auf das wesentliche konzentrieren, was meiner Meinung nicht der Konsum ist :-)
patu 01.11.2010
Die macht der Gewohnheit
trifft nicht zu bei Fans,
gerade wenn sie
aus dem Umkreis stammen.
patu 07.05.2011
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