Wieso schreibe ich das hier nieder und veröffentliche es?
Es
ist meine Art die passierten Dinge zu verarbeiten und würde mich
freuen, wenn vor allen sich meine Freunde die Zeit nehmen es zu lesen,
um eventuell zu verstehen was in mir vorgeht.
Die
letzten Monate habe ich mich durch das Buch "Die Kunst des Liebens" von
Erich Fromm gelesen und konnte für mich, mein Leben und meiner
Einstellung zu der Thematik einiges raus nehmen, ja sogar parallelen
sehen.
In
dem Buch werden verschiedene Thematiken der Liebe angerissen, unter
anderem zu Gott, Mitmenschen oder Eltern. Für mich war persönlich die
Liebe zum Partner die interessantere. Wer mich kennt, weiß dass ich nach
außen wie ein "easygoing man" wirke, also eher gelassen und eins mit
sich selber. Das das eher eine Fassade ist, die ich mir nach meiner
letzten Talfahrt erarbeitet hab, ist den meisten nicht bewusst. Aber
zurück zur Liebe. Im Buch heißt es man muss sich selber lieben. Für mich
nehme ich davon raus, dass man zumindest mit seinem Handeln selber klar
kommen sollte und nicht zu sehr über die Stränge schlagen. Klar gibt es
Abendeuer (Alkohol, Drogen Affären) aber eben immer alles in maßen.
Aus
meiner Sicht gibt es 2 Vorstellungen der Liebe zu einer Person. Die
erste, von Jugendlichen meist praktizierte, ist die erotische Liebe.
Meiner Meinung nach auch die Schmerzhalftere, da zumindest bei einen der
beiden Partner viele Gefühle mit im Spiel sind. Man lernt einen
"fremden" Menschen kennen. Folgt dem Nervenkitzel und schafft sich eine
Illusion der Liebe. Aus biologischen Gründen, findet man den Fremden
interessant und ist selbst erstaunt, wie schnell man sich einander näher
kommt. Dabei erzeugt die sexuelle Anziehung nur für den Augenblick die
Illusion der Einheit, aber ohne "wahre" Liebe, bleibt man sich trotz der
Vereinigung einander genauso fremd, wie sie es vorher waren. Und es
kommt noch schlimmer. Den nach der Illusion kommt die Ernüchterung und
sie schämen sich gar voreinander oder sie hassen sich, weil sie sich
einander noch fremder als zuvor fühlen. Und wenn dann alle Schranken
gefallen sind und den Geliebten genauso wie kennt wie sich selbst, wird
es langweilig. Man sehnt sich nach neuen Eroberungen und dass immer in
der Illusion, dass die neue Liebe so ganz anders sein wird, als die
früheren Liebesbeziehungen.
Die
psychsiche Liebe, die vor allem im Kopf statt findet, ist eigtl. die
nach der ich such. Freilich ist es interessant auf einem Festival
jemanden kennen zu lernen und eine Nacht mit jemanden um die Ohren zu
schlagen, doch es bleibt eine, meist auch noch unter Drogen (Alkohol,
Marihuana...), erzeugte Illusion. Jemanden um sich zu wissen, der ihn
versteht und aus dem innersten herraus liebt, dass ist mein Wunsch.
Gerade das gegenseitige Geben und Nehmen macht doch die wahre Liebe aus?
Eine körperliche Anziehung, die nicht auf Eroberung oder Gier aus ist,
sondern auf Gedankenaustausch, Nähe und Zärtlichkeit. Diesen Menschen,
so dachte ich, hatte ich gefunden, was aber von Anfang an dem Untergang
geweiht war. Und wie kompensiert man das?
Ist das mein Liebesersatz?
In
der Gesellschaft von heute erlebt der Mensch seine Lebensenergie als
Investition mit dem er auf den Personalmarkt einen möglichst hohen
Profit erzielen möchte. Das System hat uns so erzogen, dass man mit
seiner Persönlichkeit einen möglichst gutes Geschäft oder einen
gewinnbringenden Tauschhandel machen möchte. Vielleicht sollte man sich
eher wieder auf kleinere lokalere Dinge konzentrieren und darüber Freude
haben. Dinge die von außen (noch) nicht beeinflussbar sind. Ich
persönlich habe mich darin verliebt, mich einfach auf den Boden zu legen
und den Grund zu fühlen oder in die Musik. Achja die Musik mit ihrem
verschiedenen Charakteren. Muss man immer jemand Sein, um glücklich zu
sein? Was ist Glück? Muss man dazu eine Person lieben? Oder reicht auch
"Etwas"? Habe ich den Mut was "Neues" in der Mitte anzufangen, wo das
scheitern eventuell wieder folgt?
Am
WE ist Hechtfest und ich werde erneut, wie schon einige male diesen
Jahres mit meiner Vergangenheit konfrontiert und weiß noch nicht wie ich
diesmal darauf reagiere (vor 2 Jahren hab ich sie auf dem Hecht kennen
gelernt). Ich hoffe meine Freunde stehe mit weiterhin zur Seite. Ich
danke euch, dass ich euch lieben kann und ihr mich liebt! :-)
patu 26.08.10
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„Was denkst du über den Tod?“,
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patu 2007
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